Spuren des Papiers in Düren und Umgebung - DN-Web

Das Papier prägt sowohl die Geschichte als auch die Gegenwart und Zukunft der Stadt Düren. Durch die enge Verbindung zu diesem Material hat sich Düren einen Ruf als Papierstadt erworben und dem Werkstoff sogar ein eigenes Museum gewidmet. In der entstehenden Modellfabrik Papier wird auch moderne Forschung zu diesem Material betrieben. Ein weiterer bekannter Ort im Kreis Düren zu diesem Thema ist die traditionsreiche Papierfabrik Zerkall.

Stein mit Hinweis Papierstadt Düren
Stein mit Hinweis auf die Papierstadt Düren

Moderne Forschung in der Modellfabrik

Papier bleibt trotz der Digitalisierung auch in Zukunft ein wichtiges Material. Die Herstellung soll dabei möglichst umweltfreundlich erfolgen. Wie das funktionieren kann, soll demnächst in der Modellfabrik Papier in Düren erforscht werden. Diese Forschungseinrichtung entsteht im Innovationsquartier südlich des Dürener Bahnhofs.

Das Papiermuseum

Direkt neben dem bekannten Leopold-Hoesch-Museum findet man am Rand der Dürener Innenstadt das Papiermuseum. In der Ausstellung, die vor wenigen Jahren modernisiert wurde, erfahren die Besucher alles über die traditionelle Papierherstellung durch das Schöpfen und die moderne industrielle Produktion. Außerdem ist zu sehen, wie Papier im Alltag Verwendung findet. Auch die Papierkunst spielt eine Rolle.

Apropos Kunst: Seit den 1980er Jahren fand in Düren die Ausstellung PaperArt, eine internationale Biennale der Papierkunst, statt.

Papiermuseum
Das Dürener Papiermuseum

Von der Papiermühle bis zur Industrie

Die Geschichte der industriellen Papierherstellung in Düren begann mit Menschen, deren Namen wir heute noch in Straßennamen wiederfinden. Die erste Papiermühle errichtete Anfang des 18. Jahrhunderts der Leinenhändler Rütger von Scheven. Seine Fabrik wurde später von Mitglieder der großen Industriellenfamilie Schoeller fortgeführt. Die Produktion erfolgt heute in den Fabriken Schoellershammer und Kanzan.

Ein weiterer wichtiger Name ist Armin Renker. Er gründete die Papierfabrik in Hürtgenwald-Zerkall. Diese wurde vor allem mit ihrem speziellen Büttenpapier bekannt, auf dem sogar das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschrieben wurde.

Industriepark Niederau-Krauthausen
Die Firma Schoellershammer produziert heute im Industriepark in Niederau-Krauthausen.

Die Rur und die Schafe

Dass die Papiermühlen in und um Düren angesiedelt wurden, liegt an der Rur. Das Wasser des Flusses trieb damals die Mühlen an. Dadurch entstanden auch die Mühlenteiche, die noch heute sichtbar sind. Die modernen Fabriken sind ebenfalls entlang der Rur angesiedelt. Eine Station am Rurufer-Radweg berichtet von der damaligen Zeit.

Weniger offensichtlich ist die Rolle, die Schafe für die Entwicklung der Papierindustrie hatten. Damals wurde Leinen aus Flachs hergestellt und aus den Lumpen Papier gewonnen. Um dem Papier die nötige Stabilität zu geben, nutzten die frühen Papierfabrikanten einen Leim, den sie aus den Füßen der Schafe produzierten, die ebenfalls zahlreich an der Rur zu finden waren.

Mühlenteich an der Ecke Altenteich / Stürtzstraße
Mühlenteich an der Ecke Altenteich / Stürtzstraße

Papierfabrik Zerkall

Die Papierfabrik Zerkall im Ortsteil von Hürtgenwald hat eine lange Tradition. Bekannt ist sie über den Kreis Düren hinaus für ihr hochwertiges Büttenpapier, auf dem sogar das Original des deutschen Grundgesetzes geschrieben wurde. Neuerdings wird hier in einem Faserzentrum auch Forschung betrieben.

Papierfabrik Zerkall
Papierfabrik Zerkall

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